Das kleine Mariechen hatte zwei ältere Geschwister, Gerda und Bruno und als diese Gedichte aufhatten, lerne Mariechen sie immer mit und wollte schon mit 5 Jahren unbedingt zur Schule. Ostern 1922 kam Mariechen mit noch nicht 6 Jahren in die Schule und es war doch schwieriger als sie dachte und sie hatte im ersten Schuljahr Schwierigkeiten mit dem Lesen. Das änderte sich bald und sie wurde schon im 2. Schuljahr die Zweitbeste und das blieb so bis sie nach 8 Jahren mit guten Zeugnissen entlassen wurde. Da Mariechen auch eine gute Handschrift hatte, auf die Lehrer GEITNER grossen Wert legte, musste sie oftmals am Nachmittag zu ihm kommen und sein Referat ins Reine schreiben, welches er als Leiter eines Lehrgangs vorzeigen musste.

Schule

Postkarte : mit Dank an Gerhard DUMMER

Ehemalige_Dorfschule_Mai_2003

Foto : mit Dank an Marion SINDEL (2003)

Die Schule befand sich am Ortseingang Schlawin aus Richtung Rötzenhagen. Zu Mariechens Zeiten gab es in Schlawin eine drei-klassige Volkschule. In dem 1-3 Schuljahr eine Lehrerin Fräulein NEUBÜSER, in dem 4-5 Schuljahr Lehrer Alexander AUSCHRAT und im 6-8 Schuljahr Hauptlehrer GEITNER.

In den Pausen spielten die Mädchen meistens Ball oder Reigen : "Dornröschen war ein schönes Kind", "es war einmal ein kleiner Mann", "Mariechen steht auf einem Stein" oder "wir öffnen jetzt das Taubenhaus". Bei "wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann" spielten auch die Jungs mit.

Einmal im Jahr kam der Schulrat. Mariechen wurde meistens in Deutsch aufgerufen und musste ein Gedicht aufgsagen, u.a. "des Sängers Fluch" mit vielen Strophen oder "Burg Niedeck liegt im Elsass" oder mehrere Strophen aus "das Lied von der Glocke" von Friedrich von Schiller.

Vor den grossen Ferien gab es immer ein Sportfest zusammen mit den Schulen aus Rötzenhagen und Jährshagen.

Im Sommer fuhr die ganze Schule nach Rügenwalde und an die Ostsee. Die Bauern schmückten ihre Leiterwagen mit Birkengrün, im Wagen waren auch auf beiden Seiten Birke angebracht, dort sassen die Kinder. Vorne war der Kutscher mit den zwei Pferden. Unterwegs wurden Lieder gesungen, in Rügenwalde das Heimatmuseum im Schloss und die Gertraudenkirche besichtigt. Mit dem Motorboot fuhren die Schüler auf die Wipper bis zur Münde. Da assen sie ihre Stullen und kauften sich ein Eis und Limonade, denn jeder hatte 50 Pfennig Taschengeld bekommen. Am Ostseestrand hielten sie sich den ganzen Nachmittag auf, konnten dort wunderbar baden, denn das Wasser war nicht tief, da grosse Steine vorgelagert waren.

Manchmal machten die Schüler Ausflüge in die "Gaatzer Höll", sie wanderten durch den Wald bis Göritz, da waren noch Höhlen aus der Steinzeit.

Quelle : Erinnerungsbuch meiner Oma Mariechen geborene LANGE

Klassenfoto_um_1930

Foto um 1930 (mit Dank an Wilfred KRAUSE)

J Wer sich selber, Verwandte, Vorfahren erkennt oder Fehler entdeckt, möchte sich bitte bei mir melden.

Anbei Foto mit Namen : Identification__l_ves

Die letzten Schlawiner Lehrer waren Herr Emil NITZ und Fräulein HEIN. Die Fotos zeigen das Ehepaar NITZ mit der Tochter Inge, Berufsschullehrerin (mit Dank an Gerhard DUMMER).

Ehepaar_Nitz_mit_Tochter_Inge