Nach dem Dorfbrand 1808 sind beim Bau der neuen Backsteinkirche eine grosse und eine kleine Glocke aufgehängt worden, die von der 1805 aufgelösten Schlossgemeinde Rügenwalde stammten. 1886 fielen beide Glocken nach einem durch Blitzeinschlag verursachten Kirchturmbrand herunter und zerbarsten. Zwei Glocken wurden neu gegossen, die grössere wurde im ersten Weltkrieg eingeschmolzen.

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Die kleinere Kirchglocke (300 kg, 80 cm Durchmesser, 80 cm Höhe) wurde im zweiten Weltkrieg abgeliefert, kam in das Glockesammellager und ist dadurch erhalten geblieben. Nach dem Krieg ist sie im Auftrag des Landeskirchenamtes Düsseldorf bei der Glockengieβerei Gebr. Rincker in Sinn/Dillkreis in Hessen eingelagert. 1972 wurde die Glocke aus dem Lager vom damaligen Vorsitzenden der Pommerschen Landsmannschaft Rendel abtransportiert und auf dem Privatgrundstück des Schlawer Heimatkreisbearbeiters Georg in Hagendahl aufgestellt. Sie hat seit August 1983 im Ratstrakt des Ennepe-Ruhr-Kreishauses in der Hauptstraβe 92 in SCHWELM einen Ehrenplatz erhalten.

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Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat am 28. Oktober 1959 durch Kreistagsbeschluβ die Patenschaft für den ehemaligen Landkreis Schlawe übernommen. Vorausgegangen war ein Antrag des letzten Landrats des Kreises Schlawe und der letzte Bürgermeister der Stadt Schlawe. Die Übernahmfeier fand am 24. November 1961 statt. Erste Patenschaftstreffen wurden im Jahr 1962 abgehalten. Später fanden alle zwei Jahre Patenschaftstreffen statt, zuletzt im Jahr 2007.

Quelle : Werner JACOB, Ennepe-Ruhr-Kreis, Fotos : Erwin GOLDNIK (2008) (mit Dank an Heike RUDOLPH)

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Müller, Pfarrer,

Dähling, Dietrich, Frenz, Trende, Wetzel, Kirchenälteste,

March, Küster.

29. Sept. 1886 durch Blitz zerstört,

1887 gegossen von C. Voβ & Sohn in Stettin

No. 1083

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schwarz-weiβ Fotos : unbekannt (1983, 10. Schlawer Patenschaftstreffen)

Gottes Blitz schlug mich darnieder

Gottes Gnad' erhob mich wieder