Im Sommer fuhr Mariechen zum Bauer GOHRBANDT und hat dort das Heuen und das Garben binden gelernt bei der Gerste, Roggen, Weizen und Hafer. Herr GOHRBANDT prüfte immer, ob Mariechen die Garben auch fest genug gebunden hatte. Damals gab es noch keine Selbstbinder oder grosse Mähmaschinen.

Im August ging es weiter mit den Blaubeeren, von morgens bis abends. Die vollen Körbe wurde zu Ida PANTEN nach Neuschlawin gebracht. So konnte sich Mariechen 2-3 Mark pro Tag verdienen. Ida PANTEN fuhr die Blaubeeren abends zum Karwitzer Bahnhof, dort fuhren sie mit dem Nachtzug bis nach Berlin und konnten dort am nächsten Morgen frisch auf dem Markt verkauft werden. Ida kaufte auch bei den Bauern die Eier auf, sie hatte einen riesigen Korb, den sie aufs Fahrrad zwischen die Räder stellte.

Im Herbst ist Mariechen zu GOHRBANDTs und DUMMERs zum Kartoffeln sammeln gegangen. Harke und Korb musste man sich selbst mitbringen. Während die Sammlerinnen frühstückten, wurden die Kartoffeln mit Pflug und Pferd ausgepflückt und mussten eingesammelt werden. Die Mädchen knieten ungefähr 10-12 in einer Reihe. Die Männer schüttelten dann die vollen Körbe in die Säcke. Mariechens Vater half auch öfters dabei. Mittag wurde auf dem Feld gegessen, es gab meistens Eintopf, nachmittags gab es noch Kaffee und Kuchen. Trotz der schweren Arbeit hatten die Arbeiter Spass. LAUSCHKE konnte so schön mit dem Mund blasen und es wurden die neuesten Nachrichten aus dem Dorf ausgetauscht und viel gesungen : "Müde kehrt ein Wandersmann zurück", "das schönste Blümlein auf der Alm", "holde Blum der Mannertreu", "Mariechen sass weinend im Garten" usw. Abends gab es zum essen dann Pellkartoffeln und Hering und eine Milchsuppe. Jede bekam ihre 5 Mark. So hat sich Mariechen im Laufe des Sommers ihr taschengeld verdient und gespart.

Quelle : Erinnerungsbuch meiner Oma Mariechen geb. LANGE