17 novembre 2008

Dorfgeschichte / history / histoire / historia wsi

1. Aus vorgeschichtlicher Zeit

In der mittleren Steinzeit, vor mehr als 6000 Jahren, siedelten sich die ersten Menschen hier an, die ihre Waffen aus Elch- und Renntiergeweih herstellten. Funde von der Küste und aus der Wipper bei Alt Schlawe beweisen es. In der folgenden jüngeren Steinzeit bis etwa um 1800 vor Christus mehren sich die Funde : Messer, Dolche, Speer- und Pfeilspitzen aus Feuerstein, dazu Aexte und Hacken aus Felsgestein und schnurkeramische Scherben in ganz aussenordentlicher Weise. Das lässt auf eine dichtere Besiedlung schliessen.

Im 40. Jahresbericht der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde aus dem Jahre 1878 wird in den Erwerbungen des antiquarischen Museums ein Steinbeil aus Diorit mit Schaftloch erwähnt, das vom Chausseeaufseher Hänicke / Damshagen auf der Feldmark in Schlawin gefunden worden ist. Ausserdem meldet die Zeitung 'Ostpommersche Heimat' Nr 6  unter den urgeschichtlichen Funden des Jahres 1932 im Kreise Schlawe ein Feuersteinbeilchen, gefunden auf dem Acker Otto Maass vom Lehrer Geitner.

Wenn auch Jagd und Fischfang die Hauptbeschäftigung blieben, so trieben diese Steinzeitmenschen auch schon Viehzucht und Ackerbau und errichteten ihre Holz- und Erdhütten. Ein besonderes Kennzeichen dieser Zeit sind die Megalithgräber, Hünengräber genannt, wie sie bei Borkow und Franzen anzutreffen sind.

In der Bronzezeit bis 800 vor Christus wohnten hier Germanen. Die Funde aus dieser Zeit sind zwischen der unteren Grabow und Wipper nicht so zahlreich wie im mittleren und südlichen Teil des Schlawer Kreises. Bekannt sind solche aus Neu Järshagen, Damshagen, Alt Schlawe, Preetz, und besonders der Depotfund aus dem Klosterbache bei Körlin.

Der Beginn der Eisenzeit weist Steinkistengräber auf. Ein solches wurde auf der Altkrakower Feldmark aufgedeckt.

Den Germanen folgten die Wenden etwa 800 vor Christus. Sie mieden den Urwald als Wohnort und waren hauptsächlich auch Jäger und Fischer und liessen sich am Rande der Urwaldes an der Wipper und Grabow nieder. So entstanden hier Sellen, Kugelwitz, Krakow, Kannin, Meitzow, Kuddezow, Stemnitz, Alt Schlawe, Ristow, Karwitz, Malchow, Göritz, Pirbstow, Preetz. Sie bezeigten ein grosses Talent in der Namensgebung, daher sind diese Namen bedeutungsvoll.

2. Der Johanniter-Orden im Kreis Schlawe

Die grösste Tat des deutschen Mittelalters ist die Wiedergewinnung der ostelbischen Gebiete. Die deutsche Kolonisation des Kreises Schlawe geschah durch den Johanniter-Orden, das Kloster Buckow, die Gründung der deutschen Städte Rügenwalde, Schlawe, Pollnow und Zanow und die Gründung der deutschen Hagendörfer. Der Johanniterorden war 1099 im Morgenlande im Anschluss an die Eroberung Jerusalems gegründet worden. Er widmete sich besonders der Armen- und Krankenpflege. Wann der Orden nach Pommern gekommen ist, lässt sich heute nicht mehr nachweisen. Es wird nachträglich beurkundet, dass Fürst Ratibor, gestorben 1156, das "Haus Schlawe" geschenkt habe. "Haus Schlawe" bezeichnete die alte Kastellanei Alt Schlawe. Dort stand an der Wipper eine starke Wasserburg, in der die Johanniter eine Wohnstätte hatten. 1223 schenkte Ratibor II. dem Orden das Dorf Lantowe zwischen der Burg Dirlow auf dem Darlowberge bei Rügenwalde und dem Dorfe Kopahn. 1229 bestätigte Barnim I. dem Orden den Besitz einer Reihe von Ortschaften im Lande Schlawe, wobei Tychow angeführt wird. Von Bedeutung ist es, das Barnim die Johanniter aufforderte, dort Deutsche anzusiedeln.

Urkundlich erwähnt wird das Dorf erstmals am 1. Februar 1262 in einer Schenkungsurkunde mit der Bischof Hermann von Cammin dem Kloster Buckow 40 Hufen in verschiedenen Dörfern abtritt.

Am 6. Juli 1270 schenkt Wizlaw II. Fürst von Rügen dem Kloster das Dorf und befreit die Bewohner desselben von allen Lasten.

1271 und 1275 bestätigt er dem Kloster seine bisherigen Schenkungen. In dieser Urkunde werden einige Dörfer nur als „Dorfstätten“ (loca villarum) bezeichnet und waren deshalb damals wahrscheinlich noch weitgehend wüst. Der letztgenannten urkundlichen Bestätigung schließt sich mit gleichem Wortlaut Mestwin II. von Pommern an.

Am 8. April 1290 bittet Mestwin II. Herzog zu Pommerellen den Papst um eine Bestätigung der namentlich aufgeführeten Güter des Klosters Buckow. In dieser Urkunde ist das Dorf wieder unter den Klosterdörfern genannt.

Die Neuanlage des Dorfs dürfte deshalb in den Zeitraum 1275-1290 fallen.

Trotz seiner grossen Privilegien geriet der Orden durch Misswirtschaft immer tiefer und tiefer in Schulden. Weil 1380 seine Schulden in Deutschland schon die für damalige Zeit unegeheure Höhe von 10.000 Goldgulden erreicht hatten, musste er eine Besitzung nach der anderen verkaufen. Schliesslich fasste man den Plan, den Rest der Besitzungen gegen die günstiger gelegenen Dörfer Barskewitz mit Schloss, Mühle und Mühlenteich, Brüsewitz und Gollin in der Umgegend von Stargard an Peter von Glasenapp einzutauschen. Dieser vertauschte den Güterrecht : Kusserow, Krakow, Kammin, Meitzow, Schwolow und Hansfeld an Herzog Erich II. gegen Schloss, Land und Stadt Pollnow im Jahre 1472. Dieser Tausch war für die Pommerchen Herzöge sehr wichtig. Bis zum Jahre 1347 übten die Grafen Swanz die landesherrlichen Rechte in dem Lande Schlawe und Rügenwalde aus. In diesem Jahren mussten sie sich den Herzögen unterwerfen. Bald darauf verschwinden sie aus der Geschichte und die Pommerschen Herzöge treten ihr Erbe an. Sie bildeten aus den Dörfern "innerhalb der Wipper" das ursprüngliche Rügenwalder Amt.

Nach der Auflösung des Klosters Buckow infolge der Reformation wurden die 24 Abteidörfer von Buckow mit den 28 Amtsdörfern zum grossen Pommerschen Amte Rügenwalde vereinigt. Schlawin wurden 1611 dem Rügenwalder Amt angegliedert.

Amt_R_genwalde

Quelle : Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert

Dr. Robert KLEMPIN, Gustav KRATZ, Berlin 1863

Kapitel : Hufenmatrikel Fürstl. Alten-Stettinischen Regierung de Anno 1628

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18 novembre 2008

Orts- und Flurnamen

Im Pommerschen Urlundenbuch wird das Dorf 1262 bis 1271 Slouin genannt , später Sclovin oder Sclouin im Jahre 1275. Auf einer Karte aus 1618 heisst das Dorf Slavin. Bereits auf der Schmettau'schen Karte um 1780 erscheint der Name Schlawin. Im Zuge der Stein-Hardenbergsche Bodenreform am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde von Schlawin der Ortsteil Neu Schlawin abgegrenzt. Bis 1900 wurde die Gemeinde nun Alt Schlawin genannt. Der polnische Name ist heute Słowino.

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