Gerade fand ich dieses Buch bei der Digitalbibliothek Greifswald : Baltische Studien, Pommersce Jahrbücher für Landesgeschichte, Neue Folge 82, Band 128.

Flucht und Vertreibung in der Wahrnehmung der deutschen Gemeinden in Ostpommern 1945-1950 von Carlies Maria RADDATZ.

Ein kleiner Auszug dieses lesenswerten Artikels :

"(...) Wichtig ist für unseren Zusammenhang, dass beim Konsistorium als zentraler Verwaltungsbehörde der Kirchenprovinz deren zentrale Aktenüberlieferung entstand. Schriftverkehr von Bedeutung musste beim Konsistorium aktenkundig werden. (...) Deshalb sind die folgenden Beobachtungen am Konsistoriumsbestand des Landeskirchlichen Archivs gewonnen. Von besonderer Bedeutung ist dabei eine mit "Flüchtlingsberichte" bezeichnete Aktengruppe. (...) Im Sommer 1945 befanden sich noch etwa 1,3 Millionen Deutsche in Ostpommern. Zum Zeitpunkt der polnische Volkszählung vom 14. Februar 1946 lebten noch 473.954 Deutsche in diesem Raum. Am 1. Juni 1947  waren es nach amtlicher polischer Zählung noch 116.000. (...) Nach deutschen Schätzungen lebten 1953 insgesamt noch zwischen 42.100 und 63.000 Deutsche in Ostpommern. (...) Die Fluchtwellen waren im Wesentlichen ausgelöst durch die Weichseloffensive der Roten Armee und setzten in Pommern ab Januar 1945 massiv ein. (...)

Die Ausweisungen 1947

(...) Annelise Bonow, Pfarrfrau in Schlawin im Kirchenkreis Rügenwalde, die ihre Briefe bislang um gestrostes Durchstehen der Schwierigkeiten bemüht zeigten, schreibt am 19. April 1947 an Bischof von Scheven von dem schweren "Lebenskampf", den "Verwilderungserscheinungen unserer männlichen Jugend" und fährt fort : "Verzeihen Sie, Herr Bischof, die Abschweifung auf diese traurigen Lebensverhältnisse. Es ist nur, weil wir immer wieder finden, dass sich unsere Lieben jenseitz der Oder kein richtiges Bild unserer Lage machen können." Sie betont Gottes Hilfe in allen Nöten und nennt die Namen der Abtransportierten."

 

Wer mehr dazu lesen will : http://ub-goobi-pr2.ub.uni-greifswald.de/viewer/image/PPN559838239_NF_82/132/