Morgen, vor der Schule, muβte Mariechen für LANGEs die Milch von PRAMSCHÜFERs holen. Im Galopp lief sie den "Kattestieg" (Katzensteig, catwalk) runter. Auf PRAMSCHÜFERs Scheune war ein Storchennest, da kam immer mal ein Klacks runter auf den Kopf, das war weniger schön.

Dorfstillleben_1993

Foto : Anke/Jean-Claude RIHARD (1993)

LANGEs Kinder muβten auch für den Pastor ZÜHLSDORFF die Milch holen und das ging so : wenn Mariechen mittags aus der Schule kamen, ging sie zuerst auf dem Heimweg zu PAPENFUβes. Dort stand die leere Milchkanne. Mit der muβte sie zum Bauer DÄHLING, um die andere volle Milchkanne zu nehmen, die leere muβte sie für den nächsten Tag da lassen. Mit der vollen Milchkanne ging sie zum Pastor. In der Küche wartete schon Frau Pastor, goβ die Milch in mehrere Schalen, damit sie sauer wurde und am anderen Tag als dicke Milch gegessen werden konnte. Frau Pastor wusch die leere Kanne aus und Mariechen brachte sie wieder zu PAPENFUβes für den nächsten Tag. Frau Pastor hatte eine liebe Mutter, die legte Mariechen öfter mal 50 Pfenning auf den Küchenschrank, vor Weihnachten auch Plätzchen. Zu Weihnachten bekam Mariechen von ihnen immer ein Märchenbuch, sie wuβten, dass Mariechen gerne gelesen hat. In Pastors Garten durften sich die LANGEs Kinder im Herbst auch Äpfel auflesen, aber manchmal haben die Kinder sich auch welche vom Baum gepflückt, aber vorher geschaut, ob's der Pastor auch nicht sieht !

Quelle : Erinnerungsbuch meiner Oma Mariechen geborene LANGE